Artikelreihe: Neu in Führung - erste Stolpersteine meistern

Artikelreihe - Neu in Führung

 

Es gibt einige Stolpersteine, die Sie zu meistern haben, wenn Sie neu in eine Führungsrolle kommen oder in einem neuen Unternehmen als Führungskraft starten. Machen Sie aus diesen ersten Stolpersteinen erfolgreiche Meilensteine, indem Sie bewusst planen, wie Sie in welchen Situationen agieren möchten.

Um Sie dabei zu unterstützen, werden in dieser Reihe ausgewählte Situationen betrachtet, mit denen Führungskräfte häufig konfrontiert werden. Für jede Situation werden ungünstige und empfehlenswerte Verhaltensweisen beschrieben.

Stolperstein 1:
Die ersten Tage Ihrer Führungstätigkeit stehen bevor. Es geht darum, das Team kennen zu lernen beziehungsweise sich in Ihrer neuen Rolle zu positionieren.

Ungünstiges Verhalten:

Sie starten direkt mit Ihren Fachaufgaben. Sie verzichten auf eine extra „Kennenlernrunde" im neuen Unternehmen beziehungsweise auf einen „Teamaustausch zur Besprechung der neuen Rolle", wenn Sie im gleichen Unternehmen aufgestiegen sind. Sie agieren frei nach dem Motto, „wir werden uns einfach im Laufe der Zeit kennenlernen" oder „die Dinge werden sich schon einspielen".

Empfehlung:

Für den Fall, dass Sie neu in einem Unternehmen beginnen, empfiehlt es sich, dass Sie Zeit für ein Kennenlernen im Team einplanen. Gestalten Sie dies in entspannter Atmosphäre. Zum Beispiel, indem Sie beim ersten Austausch auch über Punkte sprechen, die die Kollegen voneinander vielleicht noch nicht wissen.

Das folgende Beispiel aus der Praxis soll Ihnen eine Anregung geben, wie man vorgehen könnte. Herr Y. hat im August eine Leitungsposition in einem neuen Unternehmen übernommen. Er kannte zuvor noch niemanden aus seinem neuen Team. Ein paar Tage bevor er seine Position antrat, ermöglichte der Geschäftsführer ihm, schon einmal seine Mitarbeiter in einem informellen Meeting kennenzulernen. Herr Y. hatte sich überlegt, dass dieses Zusammentreffen ein lockeres erstes Kennenlernen sein soll, ohne in die Tiefe zu gehen. Er kündigte für die ersten Tage seiner Tätigkeit persönliche Abstimmungstermine an und erklärte, dass an dieser Stelle einfach nur ein kurzes Blitzlicht von allen gegeben werden sollte. Dafür bat er die Mitarbeiter, sich kurz mit ein paar Worten vorzustellen und als Ergänzung zwei Erlebnisse der letzten Jahre aus dem privaten oder aus dem beruflichen Bereich zu erzählen. Eines das besonders schön und eines das eher herausfordernd war. Er selbst startete und setzte damit den Rahmen. Der Austausch wurde von allen als sehr positiv wahrgenommen, weil dabei viel gelacht wurde und die Stimmung entspannt war.

Es empfiehlt sich, dass Sie sich im Vorfeld überlegen, was Sie zu Beginn sagen und wie Sie sich vorstellen möchten. Proben Sie gegebenenfalls Ihre Worte und fragen Sie gute Freunde, wie Ihre Ausführungen auf sie wirken. Denn dies ist der erste Eindruck, den Ihre Mitarbeiter von Ihnen erhalten. Für den Fall, dass Sie im gleichen Unternehmen vom Mitarbeiter zu Führungskraft aufgestiegen sind, ist es sinnvoll, einen Teamaustausch zu Ihrer Rolle zu planen. Erklären Sie bei dem Treffen, was von Ihnen von Unternehmensseite her erwartet wird, welche Aufgaben Sie künftig haben und was wie bisher bleibt. Beschreiben Sie, wie Sie Ihre Rolle sehen und fragen Sie Ihr Team nach dessen Meinung dazu. Geben Sie Raum für Fragen. Sie können hier oder auch in Form von späteren Einzelgesprächen die Erwartungen an Sie in Ihrer neuen Rolle abfragen.

Auch wenn Sie bereits alle Mitarbeiter kennen, können Sie zur Auflockerung einen ähnlichen Einstieg planen, wie oben beschrieben. Das Treffen könnte damit beginnen, dass jeder etwas Besonderes aus den letzten Jahren erzählt. Je nach Hintergrund und Stimmung im Team kann es sinnvoll sein, hier auf die „herausfordernde Erfahrung" zu verzichten. Denn die Hemmschwelle ihrer Kollegen, direkt schwerwiegende negative Aspekte anzusprechen, ist deutlich geringer, als wenn es sich um eine neue Führungskraft handelt, die noch niemand kennt. Wenn jeder ein Erlebnis aus den letzten Jahren beschreiben darf, das besonders positiv war, stellen Sie sicher, dass der Einstieg sein Ziel erreicht – und zwar eine produktive, lockere und positive Grundstimmung zu schaffen.


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